BYD ETT 44 vs. Mercedes eActros 600: der Vergleich für Fuhrparks
Beide Fahrzeuge adressieren den elektrischen Fernverkehr. Die sinnvollere Wahl ergibt sich aus Tour, Nutzlast, Ladefenstern und Service – nicht allein aus der höheren Kilometerangabe.


Welche Varianten werden verglichen?
Wir betrachten den BYD ETT 44 mit dem großen Batteriepaket und den Mercedes-Benz eActros 600 mit ProCabin. Der BYD wird auch mit kleinerer Batterie angeboten; beim eActros unterscheiden sich Fahrerhäuser und Konfigurationen. Lassen Sie deshalb im Angebot genau die Variante bestätigen, auf die sich Ihre Entscheidung stützt.
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| Kriterium | BYD ETT 44 | eActros 600 ProCabin |
|---|---|---|
| Batterie der betrachteten Variante | 651 kWh, LFP; Kapazitätsdefinition im Datenblatt offen | 621 kWh Nennkapazität, LFP |
| Genannte Reichweite | 600 km | 500 km ohne Nachladen |
| CCS2 | 450 kW; 20–80 % laut Tabelle 60 Minuten | Bis zu 400 kW laut Varianteninformation |
| Megawattladen | 1.500 kW; 20–80 % laut Tabelle 20 Minuten | Modellseite beschreibt rund 30 Minuten als zukünftige MCS-Funktion |
Quellen zur Tabelle: BYD-Datenblatt, Mercedes-Modellseite und die unten verlinkte CCS2-Varianteninformation. MCS-Ausstattung und tatsächlich lieferbare Freigaben sind im konkreten Angebot zu bestätigen.
600 gegen 500 Kilometer ergibt noch keinen Reichweitensieger
Die Zahlen stammen nicht aus einer gemeinsamen Fahrt mit gleicher Ladung, Temperatur und Geschwindigkeit. Außerdem ist ein größerer Energieinhalt noch kein Beleg für niedrigeren Verbrauch. Aus dem Verhältnis der beiden Reichweiten lässt sich deshalb weder ein Effizienzvorteil noch eine entsprechend höhere Tagesleistung ableiten.
Für eine belastbare Auswahl lassen Sie beide Fahrzeuge dieselbe Tour mit derselben Transportmenge fahren. Dokumentieren Sie die Energie am Ladezähler, die tatsächlich gefahrene Strecke und die verbleibende Ladung. Notieren Sie gesondert, wenn ein Fahrzeug mit einer anderen Reserve startet oder endet.
Der Ladepunkt entscheidet mit
Ein Betreiber mit CCS2 im Depot sollte zunächst den CCS-Betrieb vergleichen. Eine kurze MCS-Ladezeit hilft erst, wenn das Fahrzeug die benötigte Ausstattung besitzt und der passende Ladepunkt zur geplanten Zeit verfügbar ist. Prüfen Sie zusätzlich Stellfläche, Kabellänge, Zufahrt mit Auflieger und den Ablauf bei belegtem Ladeplatz.
Fordern Sie für das benötigte Ladefenster eine nachvollziehbare Ladekurve an. Die Spitzenleistung sagt nicht, wie viel Energie während einer gesamten Pause nachgeladen wird. Für eine Nachtschicht mit langer Depotstandzeit kann eine geringere, verlässlich verfügbare Leistung besser passen als ein nur gelegentlich nutzbarer Schnellladeplatz.
Was in die Angebotsentscheidung gehört
- Wie viel Ladung bleibt mit identischem Auflieger und benötigter Ausstattung möglich?
- Welche Werkstatt betreut das Fahrzeug auf Ihren regelmäßigen Relationen?
- Welche Leistungen sind im Fahrzeugpreis und im Servicevertrag enthalten?
- Welche Kosten entstehen für die tatsächlich erforderliche Ladeinfrastruktur?
Für beide Angebote fehlen uns einheitliche, verbindliche Kaufpreise. Wir vergeben deshalb keinen Preissieg. Nutzen Sie stattdessen die Angebotsbestandteile und die Messwerte Ihrer Tour. Unser Kosten- und Beschaffungsvergleich zeigt, wie kleine laufende Unterschiede einen Anschaffungsvorteil verändern können.
Unsere Einordnung
Der BYD verdient wegen seines neuen Fernverkehrsangebots einen Platz auf der Prüfliste. Beim Mercedes lässt sich die konkrete Variante über das vorhandene eActros-Modellprofil vertiefen. Entscheidend ist, welches schriftlich angebotene Gesamtpaket Ihre Tour mit ausreichender Reserve erfüllt. Ein pauschaler Sieger wäre mit diesen Daten nicht belastbar.