KOSTEN & BETRIEB

Was kostet das Laden eines Elektro-Lkw?

Ein einzelner Strompreis bildet Ihren Alltag selten ab. Entscheidend sind der tatsächliche Energiebezug und der Anteil der Energie, den Sie an unterschiedlichen Ladeorten beziehen.

Rechnen Sie mit Energie am Ladezähler

Für die Stromkosten zählt die bezahlte Energiemenge. Verwendet Ihr Fahrzeug einen Verbrauchswert ohne Ladeverluste, lässt sich dieser nicht ungeprüft mit einer Rechnung des Ladeanbieters vergleichen. Dokumentieren Sie deshalb, wo die Energie gemessen wurde. Für unseren Kostenrechner benötigen Sie den Bezug am Ladepunkt einschließlich Ladeverlusten.

Depot und öffentliches Laden richtig gewichten

Frei gewähltes Rechenbeispiel, keine aktuellen Marktpreise

80 % der Energie zu 0,25 €/kWh im Depot und 20 % zu 0,60 €/kWh unterwegs ergeben 0,32 €/kWh im Mittel. Alle Beträge sind netto.

0,80 × 0,25 + 0,20 × 0,60 = 0,32 €/kWh

Gewichten Sie nach gekaufter Energie, nicht nach Zahl der Ladevorgänge. Zwei kurze öffentliche Stopps können weniger Energie ausmachen als eine lange Depotladung. Ein Monatsprotokoll mit Standort, kWh und Betrag liefert dafür eine bessere Grundlage als eine Schätzung aus dem Gedächtnis.

Vom Strompreis zu Jahreskosten

Bei angenommenen 110 kWh je 100 km am Ladezähler ergeben 0,32 €/kWh Stromkosten von 35,20 € je 100 km. Bei 100.000 km pro Jahr sind das 35.200 €. Würde die gesamte Energiemenge im Beispiel 0,25 €/kWh kosten, wären es 27.500 € – eine Differenz von 7.700 € im Jahr.

Diese Rechnung betrachtet nur die bezogene Energie. Sie sagt noch nichts darüber, ob die Elektrifizierung insgesamt wirtschaftlich ist. Kaufpreis, Restwert, Infrastruktur, Wartung und weitere Betriebskosten müssen separat hinzukommen.

Was neben dem Arbeitspreis auf die Liste gehört

  • Grundpreise und zusätzliche Entgelte im jeweiligen Vertrag.
  • Kosten für Anschluss, Ladehardware, Planung und Wartung.
  • Gegebenenfalls leistungsabhängige Kosten am Standort.
  • Zeitabhängige Entgelte und Bedingungen an öffentlichen Ladepunkten.

Prüfen Sie die Gültigkeit Ihrer Tarife, die enthaltenen Kostenbestandteile und mögliche Änderungen während der Fahrzeugnutzung. Setzen Sie feste Kosten nicht zugleich in den Strompreis und in den Infrastrukturansatz ein; sonst rechnen Sie sie doppelt.

Mit drei Szenarien entscheiden

Rechnen Sie einen überwiegenden Depotbetrieb, einen höheren Anteil öffentlichen Ladens und einen vorsichtigen Verbrauch im Winter durch. Notieren Sie jeweils, welche Annahme das Ergebnis am stärksten verändert. Für die technische Vorbereitung hilft unser Leitfaden zum Depotladen; mit dem Kostenvergleich können Sie den gewichteten Strompreis direkt weiterverwenden.