Windrose E700 vs. MAN eTGX: Reichweite und Einsatz richtig vergleichen
Windrose und MAN veröffentlichen unterschiedliche Fahrzeugkonzepte und Testgrundlagen. Ein sinnvoller Vergleich beginnt deshalb beim Transportauftrag und bei der konkret angebotenen Variante.


Die Vergleichsgrundlage ist nicht identisch
Für Windrose verwenden wir die Gen-2-Angaben der technischen Herstellerseite. Für MAN betrachten wir ausdrücklich den 4×2-Standardsattelzug mit sechs Batteriepaketen. Werte eines MAN-Wechselbrückenfahrzeugs im Solobetrieb gehören nicht in diesen Vergleich. Ebenso bleiben angekündigte künftige Windrose-Generationen außerhalb der Tabelle.
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| Kriterium | Windrose E700 Gen 2 | MAN eTGX, 4×2-Sattelzug |
|---|---|---|
| Achskonzept dieser Gegenüberstellung | 6×4 laut Technikseite | 4×2 |
| Batterieangabe | 705 kWh in der Regionstabelle; LFP | 480 kWh bei sechs Paketen |
| Reichweitenangabe | 700 km laut Hersteller | Bis zu 570 km |
| Einordnung der Reichweite | Herstellerreferenz; konkrete Last und Variante bestätigen | 20 °C, 60 % Zuladung, typischer Fernverkehr unter guten Bedingungen |
| MCS: 20–80 % | Ca. 38 Minuten, bis zu 870 kW laut Regionstabelle | Ca. 27 Minuten, bis zu 750 kW laut Modellseite |
Die Tabellen nennen keine einheitliche Definition nutzbarer Batteriekapazität. Quellen: Windrose-Technikseite und MAN-Modellübersicht. Zahlen sind keine Zusage für Ihre Tour.
Mehr Batterie und mehr Achsen verändern die Aufgabe
Für den Fuhrpark zählt, welche Ladung die konkrete Kombination transportieren kann und welche Abmessungen sie hat. Die zusätzliche Achse ist kein automatisch besseres oder schlechteres Merkmal. Fragen Sie nach der angebotenen Fahrzeugkonfiguration, dem tatsächlichen Leergewicht und der verbleibenden Nutzlast mit Ihrem Auflieger.
Prüfen Sie besonders enge Zufahrten, Rangierflächen und die Position am Ladepunkt. Ein Fahrzeug, das die Tagesstrecke rechnerisch bewältigt, kann trotzdem schlecht zum Hof passen. Ein dokumentierter Rangiertest ist deshalb Teil einer brauchbaren Vorführung.
Ladezeiten nur zusammen mit der nachgeladenen Energie lesen
Dass ein Fahrzeug von 20 auf 80 Prozent schneller lädt, belegt allein keinen größeren betrieblichen Nutzen: Bei verschiedenen Batteriegrößen bezeichnet das Prozentfenster verschiedene Energiemengen. Kapazitätsdefinition und tatsächlich nutzbare Energie müssen zusätzlich feststehen.
Geben Sie beiden Anbietern dieselbe Aufgabe, etwa die benötigte Energiemenge bis zu einer festen Abfahrtszeit. Vergleichen Sie dann die zugesagte Lösung, die benötigte Anschlussleistung und die Reserve bei einer verspäteten Ankunft. Lassen Sie die Ladefähigkeit an der konkret vorgesehenen Station nachweisen.
Ein Praxistest ist wertvoll, aber kein Direktvergleich
CEVA dokumentierte 2025 für einen Windrose-Test einen Verbrauch von 1,26 kWh/km bei 31 Tonnen. Dieser einzelne Test darf weder als Ergebnis der hier beschriebenen aktuellen Gen-2-Variante ausgegeben noch unmittelbar mit MANs Reichweitenwert verrechnet werden. Ein direkter Verbrauchsvergleich beider Fahrzeuge auf identischer Strecke liegt diesem Artikel nicht zugrunde.
So wird daraus eine Entscheidung
Erstellen Sie zunächst ein gemeinsames Lastenheft mit Ladung, Tour, Zeitfenstern und Stellflächen. Lassen Sie anschließend für beide Fahrzeuge denselben Testablauf durchführen. Bewerten Sie Verbrauch, Ladung, Standzeit und Serviceumfang getrennt, bevor Sie die Kosten zusammenführen.
Unser Ergebnis ist deshalb eine Auswahlmethode und kein Testsieg. Das Windrose-Porträt vertieft die unterschiedlichen Datenstände; das MAN-Profil hilft bei der Abgrenzung der Varianten. Unter Vergleiche finden Sie weitere Gegenüberstellungen.